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 Betreff des Beitrags: Chargesheimer
BeitragVerfasst: 29.02.2012, 10:39 

Registriert: 21.03.2011, 19:15
Beiträge: 31
Hallo zusammen,

tja, ich hoffe hier passt das.
Seit laengerer Zeit bin ich grosser Fan der Photographien von Chargesheimer. Was mich jedes mal beeindruckt ist, wie er es geschafft hat voellig banal wirkende Szenen,Objekte,etc so zu photographieren, dass es immer aussergewoehnlich wirkt in seiner alltaeglichkeit, z.B.

hier

und hier

Nun ja, da hilft wahrscheinlich nur das Auge zu trainieren und zu ueben.
Was mich allerdings auch immer fasziniert ist der Reichtum an Kontrasten, wo ich mich insbesondere bei Motiven, die ich auch schon versucht habe zu Photographieren, wundert, wie er das geschafft hat. Z. B. den Koelner Dom bei diesigem Wetter. Wenn ich das photographiere ists immer Grau in grau oder zu hell oder zu dunkel. Bei ihm siehts toll aus.

Wenn ich mir aber z.B. das anschaue

[url=http://www.priskapasquer.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2FCHARGESHEIMER-03371.jpg&title=Image&width=800m&height=600m&bodyTag=<body+bgcolor%3D%22%23FFFFFF%22>&wrap=<a+href%3D%22javascript%3Aclose()%3B%22>+|+<%2Fa><br><font+face%3D%22arial%22+size%3D%221%22>Chargesheimer%3A+Marzellen+Straße%2C+1970<%2Ffont>&md5=79885cccdcab06136264c4eecf9213bf]hier[/url]
anschaue


dann koennte es bedeckt sein, weil ich keine klaren Schattenkanten sehe, allerdings ist das Bild unten schwarz und verliert sich oben im weiss. Da es sich mit sicherheit um eine Kopie eines Abzugs handelt gehe ich mal von kraeftigem abgewedele aus, dennoch wuesste ich nicht, wie ich bei jedem Bild den Kontrast so perfekt bekommen kann.
Toll finde ich auch Louis Armstrong
hier,
wo ausser dem Motiv alles im Dunkel verschwindet.

Fuer mehr Bilder hier der Link zu einer Ausstellung wo Bilder hochgeladen sind:
Priska Pasquer

Schonmal Dankeschoen fuer Tipps!

EDIT: Wie bekomme ich die URLs schoen hin? ich hab sie doch in [url][/url] gepackt?
EDIT2: Ok, bleibt nur noch einer haesslich..


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 Betreff des Beitrags: Re: Chargesheimer
BeitragVerfasst: 01.03.2012, 01:27 

Registriert: 02.09.2009, 11:26
Beiträge: 757
haudraufjupp hat geschrieben:
Was mich allerdings auch immer fasziniert ist der Reichtum an Kontrasten, wo ich mich insbesondere bei Motiven, die ich auch schon versucht habe zu Photographieren, wundert, wie er das geschafft hat. Z. B. den Koelner Dom bei diesigem Wetter. Wenn ich das photographiere ists immer Grau in grau oder zu hell oder zu dunkel. Bei ihm siehts toll aus.


Damit sprichst du vielen SW-Fotografierenden aus dem Herzen :)
Auch selber hadere ich immer wieder damit.

Etwas vom Entscheidensten ist sein Material zu kennen.
Ziel ist soll dann sein, während dem fotografieren zu wissen, welche "Töne" werden wie auf dem Bild erscheinen.
- Material (Film, Entwickler)
- vorhandenes Licht
- Belichtung
- Charakteristik des Motivs (Motivkontraste, Farben die vom Film in Tonwerte gewandelt werden)
uvm

Es nützt m.E. zu Beginn nicht viel, immerzu Filmsorten/Fabrikate und Entwickler zu wechsel in der Erwartung einer diese Kombinationen tut's dann schon. Hier darf man soch auch gerne mal gar von Sympathie leiten lassen und mit den Erfahrungen darauf aufbauen.

Man braucht während dem fotografieren eine Idee, eine Vorstellung darüber, wie das was man durch den Sucher wahrnimmt, später wirken soll.
Was in gestalterischer Hinsicht schon oft schwer genug und Herausforderung ist, ist es zu Beginn auch in SW-Umsetzung.

Gerade bei sehr kontrastreichen Motiven rsp Belichtungssituationen muss man sich da beschränken. Fallen hohe Motiv -und aber auch Beleuchtungskontraste zusammen, ist's oftmals ein zu verzweiflendes Unterfangen.
Hilfreich kann es zB sein, sich darin zu üben, indem man möglichst strikt in Motive mit hohen Motivkontrasten oder Beleuchtungskontrasten unterscheidet um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Auch bei meinem Wiedereinstieg musste ich dies erst mal wieder erlernen. Statt alles durchzutesten was der Markt bietet, rät es sich zwei bis drei verschiedene Filme zu nutzen. Damit lernt man auch auf "dieser Seite" mit Kontrasten umzugehen, also auch ganz abseits von "ich brauche einen höher empfindlichen Film weil das Licht knapp ist". Denn die unterschiedlichen Empfindlichkeiten haben auch einen Einfluss auf die Kontrastfähigkeit.
So wählt man bei sengender Sonne ja gerne einen niedrigempfindlichen Film und umgekhrt bei bewölkter, diffusem Licht höher empfindliche. Aber warum nicht einmal genau umgekehrt, also den Film nach dessen Kontrastverhalten wählen?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Chargesheimer
BeitragVerfasst: 01.03.2012, 10:08 
Schauen wir uns ein anderes Beispiel an:

http://www.priskapasquer.de/en/exhibiti ... fer_03378/

Oft betonen die Bilder von Chargesheimer wie hier den Dunst und sind dabei sehr kontrastreich. Ein ortho- oder orthopan-chromatischer Film mit hoher Blauempfindlichkeit, wie er noch in den 50ern gang und gäbe war, bringt genau diesen Bildeindruck. Alternativ kann man dies heute bei panchromatischem Film auch mit einem Blaufilter machen. Auf trübes Wetter warten und dann noch kontrastreich entwickeln - fertig.

Ein superpanchromatischer Film macht genau das Gegenteil, er durchdringt mit der hohen Rotempfindlichkeit den Dunst und sorgt bei trübem Wetter für knackig-klare Sicht. Genau dazu werden sie in der Luftaufklärung ja auch benutzt.

Ein Film im Entwickler ist wie Wachs in deinen Händen. Du kannst einen ISO-25-Film kontrastarm und einen ISO-400-Film kontrastreich entwickeln. Das ist alles kein Hexenwerk.

LG Reinhold


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 Betreff des Beitrags: Re: Chargesheimer
BeitragVerfasst: 01.03.2012, 10:24 
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Registriert: 08.11.2006, 21:34
Beiträge: 561
Wohnort: Berlin
Als noch "lebenden" orthopanchromatischen Film gibt es den efke 25 bis 100. Vielleicht mal testen.

http://www.fotoimpex.de/Technik/efkefilms/efke100/efke100.html

Gruß
Steffen

_________________
#247

http://www.flickr.com/photos/30419686@N05/


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 Betreff des Beitrags: Re: Chargesheimer
BeitragVerfasst: 01.03.2012, 10:28 
Oder den Rollei Retro 100 Tonal. Hier ein Beispiel aus meinem Fundus:
viewtopic.php?f=9&t=6807


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 Betreff des Beitrags: Re: Chargesheimer
BeitragVerfasst: 01.03.2012, 10:31 

Registriert: 21.03.2011, 19:15
Beiträge: 31
Hallo und danke für die Antworten.
Da hab ich schon wieder viel dazugelernt. Habe bis jetzt immer Lucky Filme verwendet. War mit dem Ergebnis auch oft zufrieden, oft auch nicht, wobei das wahrscheinlich eher an mangelnder Erfahrung lag.

Auslöser hat geschrieben:
Man braucht während dem fotografieren eine Idee, eine Vorstellung darüber, wie das was man durch den Sucher wahrnimmt, später wirken soll.


Das stimmt. Klingt zwar irgendwo selbstverständlich, aber ich merke ja an mir wie sich der Blick mit der Zeit verändert. Und wie ich langsam erst ein Gefühl dafür entwickele wie ein Bild aussehen sollte, damit es das zeigt, was ich an dem Motiv spannend finde.

grommi hat geschrieben:
Schauen wir uns ein anderes Beispiel an:

http://www.priskapasquer.de/en/exhibiti ... fer_03378/


Das trifft genau das was ich meinte. Dann werde ich mal die Augen nach einem Blaufilter offen halten.

EDIT: Boa seid ihr schnell. Danke für die Filmtipps, ich werds mal ausprobieren!


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 Betreff des Beitrags: Re: Chargesheimer
BeitragVerfasst: 02.03.2012, 19:01 

Registriert: 23.10.2009, 23:40
Beiträge: 71
Wohnort: Schwalmtal (Niederrhein)
Ein wesentlicher Teil des fertigen Bildes entsteht in der Dunkelkammer - und da standen Carl Hargesheimer noch ganz andere Materialien zur Verfügung als heutzutage auf dem Markt ist.

Vergrößerungen wurden auf Fotopapier mit festen Gradationen gemacht. Diese Papiere reagierten aber noch auf unterschiedliche Entwickler und auf dieverse Dunkelkammertricks, denn sie hatten eben keine eingelagerten Entwicklersubstanzen. So konnte man ein knackig arbeitendes Papier durchaus in einem weich arbeitenden Entwickler an- und in einem kräftig arbeitenden Entwickler ausentwickeln, was zu einer besseren Durchzeichnung der Lichter bei dennoch kräftigen Schwärzungen führt. Wenn dann noch eins draufgesetzt werden sollte, dann legte man das Bild zum Abschluß noch in einen hart arbeitenden Entwickler, um noch mehr Schwärzung in den Tiefen zu bewirken. Die Zeichnung in einzelnen Detail konnte dadurch verbessert werden, indem man das Fotopapier aus dem Entickler nahm und die entsprechende Stelle mit einem Wattebausch, der zuvor in heißem Wasser gebadet wurde, nachbearbeitete. Die lokal erhöhte Temperatur bewirkte eine deutliche Steigerung der Entwickleraktivität an eben jener Stelle und damit eine bessere Durchzeichnung.

Die Mehrzahl heutiger Fotopapiere reagiert zum großen Teil nicht mehr auf diese Arbeitsweise, weil oft Entwicklersubstanzen in der Emulsion eingearbeitet sind. Damit bestimmen diese das Entwicklungsergebnis.

Gruß
Dieter


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