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 Betreff des Beitrags: Ich würde ja zu gerne auch mal...
BeitragVerfasst: 09.09.2009, 10:09 

Registriert: 17.08.2009, 10:03
Beiträge: 57
Nachdem ich Eure Gruppe entdeckt habe, zuerst einmal ein riesiges Kompliment: Was Ihr hier macht, ist wirklich klasse.

Ich fand es bisher schon mit Linsen schwierig, die physikalischen Zusammenhänge wirklich zu verstehen, und sinnvoll (also auch kreativ, nicht nur zweckmäßig) umzusetzen. Pinhole-Fotografie toppt in dieser Hinsicht alles Bisherige...

Nun würde ich aber zu gerne auch mal versuchen, ein Bild auf diese Weise zustande zu bringen. Als ersten Versuch wollte ich eine schmale hohe Keksdose, die in etwa die Form einer Kaffeedose hat (aber kleiner ist) mit Fotopapier versehen. Papier in Größe 9x13 oder 10x15cm müsste da reinpassen.

Funktioniert ein ganz normales Fotopapier ("Works Normal" o.ä.) denn? Und macht es Sinn, für den Anfang kleine Papierformate zu verwenden?

Da ich noch ganz am Anfang meiner Duka-Karriere stehe, würde ich es gerne so einfach wie möglich halten (zumal mir noch nicht so ganz klar ist, wie ich die optimale Belichtungszeit für das Papier finden kann).

Ich freue mich auf Eure Antworten,
Catarina


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.09.2009, 10:33 
Also zu dem Thema gibt es ja sehr viel Info zu finden...
Gute Seite z.B.: http://www.die-lochkamera.de/index.html
Hier solltest Du alles finden
Worauf Du Belichtest bleibt Deinem Geschmack überlassen (Fotopapier hat etwa 5-6 ASA)
"kleine Formate" machen nur Sinn zu Testzwecken (Belichtungszeit)

Im Grunde ist alles einfach.

1.Loch in dünne Alufolie machen (Nadel nicht ganz durchstechen)
2.Loch sauber verputzen
3.Loch am besten mit einem Diaprojektor ausmessen (mit Hilfe der mm-Markierung von einem Lineal)
4.die Blende ausrechnen (Brennweite/Lochdurchmesser=Blende)
5.die Lochfolie an einem beliebigen Behältnis montieren (Brennweite braucht man schon für Pkt.4)
6.Aufnahmematerial festlegen (Film oder Papier - Größe ist egal)
7.Belichtungszeit ermitteln
Belichtungszeit = (Gemessene Zeit bei Blende x) * (Lochkamerablende / Blende x)2
Beispiel: Man misst die Belichtung bei Blende 16, die Lochkamera hat aber Blende 200. Bei Blende 16 hat man eine erforderliche Belichtungszeit von 0,5 s gemessen. Es ergibt sich folgende Rechnung:
Erforderliche Belichtungszeit = 0,5 sek * (200/16)2 = 0,5 sek * 12,52 = 0,5 sek * 156,25 = 78 sek
8.Loch verschließen
9.Kamera bei Dunkelheit mit "Film" bestücken
10.Motiv wählen
11.Loch freigeben - Belichten

Zur Ideenfindung einfach "Pinhole", "Lochkamera", "Wayne Martin Belger" in die Google-Bildersuche eingeben oder die Kinder berauben:
http://www.monster-munch.com/how-to-mak ... le-camera/


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BeitragVerfasst: 09.09.2009, 12:45 

Registriert: 17.08.2009, 10:03
Beiträge: 57
Von "Dieters Lochkameraseite" hatte ich ja die Idee, meine alte "Keksröhre" (hohe, schmale Dose) in eine Röhrenkamera zu verwandeln. Bin gespannt, was dabei herauskommt. Aufgrund der Materials der Dose habe ich das Loch direkt in die Dose gebohrt, mal schauen, wie es damit klappt. Muss noch etwas perfektioniert werden, dann kann ich's vermessen.

Ich finde vorallem den Gedanken reizvoll, dass sich niemand an einer herumstehenden Keksdose stören wird. Und dank der langen Belichtungszeiten sind bewegte Motive sowieso unscharf bzw. nicht zu erkennen, denke ich. Das wäre also die erste Kamera, bei der nicht der übliche Aufschrei von wegen "ach nö, nicht schon wieder ein Foto!" efolgt...


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BeitragVerfasst: 09.09.2009, 12:54 
Catarina hat geschrieben:
...habe ich das Loch direkt in die Dose gebohrt...


Könnte sein dass es damit Probleme (Blechdicke/Lochgröße) gibt, aber Du solltest auf dem Film zumindest was erkennen können.
Einfacher zu handhaben ist es natürlich in so dickes Blech erstmal ein größeres loch zu machen, und das dünne Blech dann aufzukleben, zumal die OPTIMALE Blechdicke beim/des Lochs ja bei unendlich liegt.

Mit einer Nadel durchgestochen (falls man das schafft) kommst Du bei der Dose auf Lochdurchmesser von etwa 0,6 - 0,8mm (bei 0,4mm Nadeldurchmesser) - bei einem Dosendurchmesser von etwa 100m (=Brennweite) entspricht das Blende von 120 - 160 was schätzungsweise zu gering sein wird um Deine Erwartungen zu erfüllen.


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BeitragVerfasst: 09.09.2009, 13:08 

Registriert: 17.08.2009, 10:03
Beiträge: 57
Ich habe die Dose mit einem kleinen Bohrer bearbeitet, das ging ganz gut. Mal schauen, ich hab' mir halt gedacht, ein größeres Loch bekomme ich ja immer noch hin. Und so wie es jetzt ist, ist es halt die schönste Lösung.

Bisher ist das Loch 2,5mm groß, bei einem Dosendurchmesser von schätzungsweise 7cm (hab' das Ding gerade nicht hier). Muss mal genau messen und dann die passende Bohrung bestimmen...


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BeitragVerfasst: 09.09.2009, 13:28 
Catarina hat geschrieben:
Bisher ist das Loch 2,5mm groß, bei einem Dosendurchmesser von schätzungsweise 7cm (hab' das Ding gerade nicht hier).


70 / 2,5 = Blende 28
uiuiui ..das wird ohne Linse nix..

guter Lochdurchmesser bei (sagen wir) Blende 200 wären bei 70mm Brennweite 0,3 - 0,35mm (kleiner wäre besser).
Ausserdem ist das Kaffeedosenblech nicht optimal.


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BeitragVerfasst: 09.09.2009, 13:31 

Registriert: 17.08.2009, 10:03
Beiträge: 57
Aber es heißt doch immer so schön, man könne eine Lochkamera aus beinahe allem bauen?

Blöd gefragt: Welche Blendenwerte funktionieren ohne Linse?

OK, also bohre ich das Loch auf und setze auf die Alufolien-Loch-Variante...


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BeitragVerfasst: 09.09.2009, 13:36 
Catarina hat geschrieben:
Aber es heißt doch immer so schön, man könne eine Lochkamera aus beinahe allem bauen?


Stimmt!
Blöd gesagt - Du kannst auch das Loch so groß machen wie Du willst. Kommt immer drauf an welche Erwartungen Du an dein Bild hast.
"aus allem" kann man eine Lochkamera bauen - stimmt.
Zündholzschachteln, Kaffeedosen, Schuhschachteln... usw... TROTZDEM braucht man überall eine Lochblende.

Catarina hat geschrieben:
Blöd gefragt: Welche Blendenwerte funktionieren ohne Linse?


Funktionieren wird alles, aber je nach Anspruch ans Bild sollte man schon 150 aufwärts wählen..

Catarina hat geschrieben:
OK, also bohre ich das Loch auf und setze auf die Alufolien-Loch-Variante...


Würde ich auch machen


Siehe auch oben beschriebene Seite - Lochkamera FAQ - Punkt 4

4. Welches ist die ideale Größe für das Loch ? (von Guillermo Peñate)

Die Größe des Loches hängt davon ab, welche Effekte damit erzielt werden sollen. Manche Fotografen berechnen die "Optimalgröße" des Lochs und weichen dann gezielt zu experimentellen Zwecken davon ab. Es gibt verschiedene Formeln, um die "Optimalgröße" zu bestimmen. "Optimal" bezeichnet in diesem Zusammenhang das Loch, welches das schärfste Bild erzeugt. Das schärfste Bild mag aber nicht immer das sein, welches man sich wünscht. Unter Umständen ist zur Steigerung der Bildaussage eine bestimmte Menge an Unschärfe sogar gewünscht.
Ich verwende folgende Formel:

D = 0,037 x SQR(F)

Hierbei steht D für den Durchmesser des Lochs (in mm), F für den Abstand zwischen Loch und Film ("Brennweite", in mm) und SQR (Square root) für die Wurzel aus dem Wert in der Klammer.

Hat man sich so den Durchmesser des benötigten Lochs bestimmt, so kann man das Öffnungsverhältnis (die Blende) der Kamera berechnen, indem man die Brennweite durch den Lochdurchmesser (beides in mm) teilt.

B = F / D

Die so erhaltene Blende wird vermutlich nicht einem Wert aus der gängigen Blendenreihe (2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22, 32 ......) entsprechen, sondern irgendwo dazwischenliegen, so daß man die Anzeige etwa eines Belichtungsmessers nicht einfach in eine Belichtungszeit umrechnen kann. Man müsste hierzu einen Taschenrechner und die entsprechende Formel zur Hand haben. Aufgrund der eher "ungenauen" Natur der Fotografie mit einer Lochkamera ist eine exakte Berechnung allerdings gar nicht erforderlich. Ich "runde" regelmäßig zum nächsthöheren Wert der Blendenreihe auf (außer wenn der tatsächliche Wert bereits sehr nahe am nächstniedrigeren der Blendenreihe liegt). Dies ist ausreichend genau, da Bilder mit der Lochkamera sowieso aufgrund des Schwarzschildeffektes zur Unterbelichtung neigen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.09.2009, 13:46 
Es gibt auch den Lochkamera-Rechner auf der Seite.
Gibt auch gut Auskunft (Anhaltswerte) darüber was Du machen kannst - einfach bissl mit den Zahlen rumspielen.

Oder hier stöbern:
-> http://www.kusem.de/konz/pfe/loka.htm
-> http://www.geocities.com/westmarkwa/Front2.htm
-> http://de.wikipedia.org/wiki/Lochkamera
-> http://www.casadopinhole.net/lab.htm
-> http://home.online.no/~gjon/pinhole.htm
-> http://www.gamb.de/photo/loch-k.htm
-> http://pinhole.stanford.edu/
-> http://www.pinhole.cz/en/index.php
-> http://www.lenoxlaser.com/pinholephotos/
-> usw..

Ebenfalls gute Tools:
-> http://www.pinhole.cz/en/pinholedesigner/
-> http://www.ebg.tue.bw.schule.de/projekt ... nloads.htm (Lochkamera)
-> http://pdassi.de/product.php?prod_id=16456


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.09.2009, 20:47 
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Registriert: 25.09.2006, 15:07
Beiträge: 114
Wohnort: shanghai / berlin
ganz leicht zu merken ist diese webadresse:
http://www.mrpinhole.com/

_________________
Gruß, Matthias

http://www.boxocam.de
http://www.camerickshaw.blogspot.com


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich würde ja zu gerne auch mal...
BeitragVerfasst: 25.03.2010, 19:19 
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Beiträge: 135
Wohnort: Rankweil, Österreich
Um nochmal auf das Fotopapier zurück zu kommen. Ich habe vor langer Zeit mal für den Physikunterricht ne Lochkamera gebaut, und auch mit Fotopapier beladen. Wenn das Fotopaier keine Labelung auf der Rückseite hat, kann man ohne Probleme ein Positiv herstellen, indem man das Papier Seitenverkehrt auf ein zweites Fotopapier liegt (Schicht auf Schicht), und dann einfach für ein paar Sekunden das Licht anschaltet. Nach ein paar Versuchen hat man schnell die richtige Zeit. Und hätte mein Lehrer damals nicht das Loch auf 0,5mm "aufgebohrt", weil nach 10sec Belichtung noch nix auf dem Negativ zu sehen war, dann hätte sie bestimmt auch scharfe Bilder gemacht. Ich hab ne normale Alufolie mit ner Nadel angepieckst, und nicht durchgestochen. Bevor ich versuchen konnte obs wirklich Bilder macht war der Lehrer schon am Werk.

_________________
Gefangene Nilpferde singen von der Freiheit, wilde Nilpferde fliegen!


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 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: 02.04.2010, 03:31 
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Registriert: 18.10.2006, 00:45
Beiträge: 615
Wohnort: Braunschweig
[quote="Mississippiqueen"]Also zu dem Thema gibt es ja sehr viel Info zu finden...
Gute Seite z.B.: http://www.die-lochkamera.de/index.html
Hier solltest Du alles finden
Worauf Du Belichtest bleibt Deinem Geschmack überlassen (Fotopapier hat etwa 5-6 ASA)
"kleine Formate" machen nur Sinn zu Testzwecken (Belichtungszeit)

Im Grunde ist alles einfach.


. Es ergibt sich folgende Rechnung:
Erforderliche Belichtungszeit = 0,5 sek * (200/16)2 = 0,5 sek * 12,52 = 0,5 sek * 156,25 = 78 sek

0,5 * 12,52 = 0,5 * 156,25 ???????????
das versteht kein Nutztier mit Rüssel

Gruß
Laborator

_________________
Die logarithmische Dichte eines Films
ist der dekadische Logarithmus
des reziproken Wertes des Transmissionsgrades
________________________________________


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 Betreff des Beitrags: Re: Re:
BeitragVerfasst: 02.04.2010, 05:25 
laborator hat geschrieben:
Mississippiqueen hat geschrieben:

0,5 * 12,52 = 0,5 * 156,25 ???????????
das versteht kein Nutztier mit Rüssel


Du hast 7Monate gebraucht um das herauszufinden? 8)
Sorry für das "schlechte" Beispiel.
Das merken der Formel (Belichtungszeit = (Gemessene Zeit bei Blende x) * (Lochkamerablende / Blende x)2 ) reicht völlig.


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