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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 09:49 

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Zum Thema Fungus gibt es ziemlich viele Tips:

1. Beware Deine Kameras nie im Keller auf, denn da ist es kühl und dunkel und deshalb hat es eine erhöhte Luftfeuchte.

2. Pilzsporen sind überall und es ist kein spezieller Glaspilz, sondern es sind Allerweltssorten.

3. Pilz braucht 65-70% Luftfeuchte um anzugehen.

4. Pilz entsteht dann besonders gerne, wenn Deine Ausrüstung Temperatur wechseln unterliegt. Durch die unterschiedliche Wärmekapazität von Glas und Metall entstehen an den metallgefassten Linsenrändern auch bei an sich unkritischer Raumfeuchtigkeit sog. lokale Feuchtigkeitsübersättigungen, weshalb Pilz meistens am Linsenrand beginnt.

5. Er wächst bevorzugt dort, wo sich Staub oder auch kleine Käferchen = organisches Material befindet.

6. Hast Du mal Pilz im Objektiv, kann er bei 60% Luftfeuchte weiter gedeihen und lebt fast von Luft und Liebe.

7. In der ersten Phase wächst der Pilz auf der Glasoberfläche, kann aslo nahezo rückstands- und zerstörungsfrei entfernt werden,

8. Später, in der zweiten Phase, breitet er sich in alle Richtungen aus und wächst auch in das Glas hinein. D.h. er zerstört erst die Vergütung und dann das Glas. Wird so ein Stadium gereinigt, so bleibt die watterartige Störung erhalten, denn sie ist die Spurrinne des Pilze.

9. Hat man ein korrosives Glas, dann kann es durch den Verlust der schützenden Vergütung anfangen einzutrüben.

10. Meine erfolgreiche Pilzkur, hat bisher stets erfolgreich gewirkt ERFOLGT ABER STRIKT IN EIGENVERANTWORTUNG!:

- Genaues Thermometer bis 100° anschaffen :-), Ofenthermometer sind keinesfalls geeignet!
- Objektiv im Umluftherd 2 Stunden bei 50° aufwärmen
- Objektiv im Umluftherd weitere 2 Stunden auf 70° aufwärmen
- bei guten sprich Nichtplastikobjektiven im Umluftherd weitere 2 Stunden auf 80° aufwärmen, sonst weitere 3 Stunden bei 70° belassen
- wenn 80° verwendet wurden Objektiv im Umluftherd weitere 2 Stunden auf 70° abkühlen
- Objektiv im Umluftherd weitere 2 Stunden auf 50° abkühlen

Die langen Zeiten sind wichtig und dürfen nicht abgekürzt werden. Sonst stirbt der Pilz nicht bzw. das Glas kann Spannungsrisse bekommen.

Die 80° darfst Du aber nicht bei Kameras mit LCD-Display nehmen, da kann das Flüssigkristall kaputt gehen.

Jetzt sind alle für "Glaspilz" relevanten Pilzsporen erstmal tot und der Pilz lässt sich auch leichter reinigen.

- Zum Reinigen verwendest Du am besten 70% Alkohol unvergällt. Keinen 96% denn der löst und desinfiziert mangels osmotischer Wirkung net gscheid.

Bei mir haben so schon mehrere Dutzend Linsen wieder klar gesehen und sind seitdem frei von Pilzwiederkehr.

Die 80° sollte man auch nicht bei Kameras mit LCD-Display machen, denn dort

Ich habe es allerdings noch nie mit einem modernen Klump probiert, sprich Autofokusobjektiv mit viel Plastik drin. So was hob i ned.


Na dann, viel Spass!

Grüße aus dem bayerischen Schwammerlkurort mit einer tobenden Ehefrau, die in Konkurrenz zu bösen Objektiven öfters keinen Kuchen im Ofen backen darf,

Kurt

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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 09:57 
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Fließt bei deiner Backofenmethode nicht die Schmiere an Stellen, wo sie nicht hingehört?

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#12.
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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 11:34 

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@Frank:

Nein ich lege stets das ganze Objektiv in den Ofen. Sonst stirbt ja nicht der Pilz im organischen Schmierfett.

Wenn man das Objektiv senkrecht stellt, dann fliesst auch nix.

Ausserdem habe ich mich mal mit Zeiss und Leica über Spezifikationen von Objektiven unterhalten. Nachdem ein Objektiv in der Sonne oder im Auto ja auch seine 80-90° erreichen kann, wurde von deren Seite informelle Freigabe für meine Ofenmethode gegeben.

@robtyss:

Ich würde ein Objektiv nur wenn dringendst notwendig bis auf die Linsengruppen zerlegen. Eigentlich sollte man sie stets in den mechanischen Tuben, wo die Linsen in den Fassungen verschraubt sind, belassen. Realistisch betrachtet bekommt man eine aus der Ringfassung gelöste Linse nicht mehr korrekt zentriert. Richtig relevant ist das bei den langen Brennweiten und bei hohen Lichtstärken. Ich hatte mal bei einem Minolta 4,5/300 die Frontlinse aus- und eingebaut und prompt kippte mir die Auflösung in einer Richtung von 70 Linienpaaren auf 15 Lp. Trotz Kollimator habe ich es nicht mehr hingekriegt, weil ich nicht das Positionierungswerkzeug für die Montage hatte. Und mit 15 Linienpaaren macht das Fotografieren nun wirklich keinen Spass mehr. Ist jetzt ein eindrucksvoller Briefbeschwerer :(.

Ausserdem kann es passieren, dass beim Erwärmen von freigelegten Linsengruppen die Verkittung weich wird und springt. Dann ist das mit der Optik auch Geschichte und man hat noch einen Briefbeschwerer.

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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 16:45 

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Nicht wirklich.

UV-Strahlung dringt nicht durch die Gläser und versprödet die Kunststoffe und spaltet den Linsenkitt.

Autoklaven arbeiten mit Vakuum und heisser Luft, das sprengt Linsengruppen und schafft gerade Wasser rein.

Ethylenoxid ist halt doch etwas sehr giftig und andere Gase wirken nur bedingt.

Röntgenstrahlung - najaaaa ....

Eine praktizierte Methode gibt es noch:

Also bei einigen großen Herstellern wird ein mit Fungus geliefertes Objektiv direkt in die Tonne ausserhalb des Gebäudes befördert.

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BeitragVerfasst: 31.03.2007, 16:11 

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Jetzt erwischt Du mich kalt.

Das war für mich immer kein Thema, deshalb habe ich zu diesem Punkt als einzigen keine weitere Recherche betrieben. Ich bin so ein Biozeug-Esser / Nachts-den-Fernseher-Ausschalter und Meine-Getränke-am-Flughafen-nicht-Durchleuchten-Lasser. Noch Fragen? :shock:

Aber ich hätte ne Frage:

Wie lade ich nochmal eigene Bilder hier hoch. Hab's vergessen!

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BeitragVerfasst: 31.03.2007, 16:41 

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Ich hab's auch ehrlich gemeint. Röntgenstrahlung in einer Dosis, die durch mehrere Lagen schwermetallhaltiger und deshalb sehr gut dämpfender Glaser stark genug ist um Pilzkulturen abzutöten ist mir tatsächlich zuwider. Das mag in einer Welt, in der wir wie Du richtig sagst ständig solchen Einflüssen ausgesetzt sind lächerlich wirken - aber es ist nun mal mein Bauchgefühl.

Deshalb habe ich diesen Weg nicht weiter untersucht. Mir war der Ofen sympathischer. Und es war das, wozu mir die Mikrobiologen, bei denen ich recherchiert hatte geraten hatten.

P.S. Ich habe übrigens die Hochlademethode gefunden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lebende Objektive? - Fungus
BeitragVerfasst: 27.09.2010, 17:01 
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Diesen Thread habe ich über Google gefunden und irgendwie hatte ich die Backofenmethode im Gedächtnis.

Ich muß gestehen, daß ich bis vor kurzem von der Pilzverhütung keine Ahnung hatte, einen Großteil meiner Objektive über längere Zeit im Schrank meiner Duka aufbewahrte und bei gelegentlicher Kontrolle meiner V-Objektive nichts festgestellt habe. Diesen Raum heizte ich bisher bei Nichtbenutzung nicht und es war im Winter mit 12 Grad recht angenehm kühl und wahrscheinlich auch feucht.
Nun hat der Pilz bei mir zugeschlagen! Ich nehme an durch Ansteckung eines erworbenen und verseuchten Objektives, das ich nach Vergewisserung des Fungus dankend an den Verkäufer zurückreichte. Aber es hat mich 2 gute Optikern gekostet, die ich vorsorglich entsorgte.
Zwei habe ich von einer Werkstatt reinigen lassen a 80 E das Stück. Zumindest sehen sie jetzt aus wie neu. Dieser Reparateur empfahl, Objektive am besten in Zeitungspapier einzuwickeln, das hält die Feuchte ab. Logisch, oder?
Die Objektive habe ich jetzt alle umgelagert. Und in der Duka summt ein Entfeuchter.

In meiner Arbeitstelle habe ich einen ausrangierten Heraeus Trocknungofen entdeckt und mal alle Objektive 10 Stunden bei knapp 50 Grad reingepackt. Einige hatten nämlich an Innenlinsen am Rand kleine Pünktchen, die wie Kondensrückstände aussahen oder Schlieren wie beschlagene Scheibe, die jetzt weg sind. Eines hat eine kleine runde trübe Stelle - wie eine Warze durch die Lupe betrachtet, die nicht weggegangen ist. Ist das ein Pilz im entstehen?

An höhere Temperaturen habe ich mich nicht rangetraut, da ich befürchte, daß sich da was verflüssigt. Ist die vorgenannte Methode mit bis zu 80 Grad für alle Obj. - Kunsstoff und Metall - wirklich sicher?

VG


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebende Objektive? - Fungus
BeitragVerfasst: 16.06.2011, 18:17 
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Zitat:
Diesen Thread habe ich über Google gefunden

Ich auch, da muss ich mal meine Pilz-Erfahrung schildern. :mrgreen:

Ich habe in meinem (neuen) Pentax 645 A 75 2.8 Pilz entdeckt, hier Fotos.
Bild
Glaspilz/Fungus von superbild auf Flickr
Bild
Glaspilz/Fungus von superbild auf Flickr

Ich habe mir diese Objektivschlüssel gekauft.
Zusätzlich Aceton, das habe ich tropfenweise auf das Gewinde gegeben, sodass es eindringen konnte. Die Linsen habe ich mit Essig und Aceton gereinigt.

Habt ihr schon solche Pilz-Ausmaße gesehen? :mrgreen:

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Bei blöden analog Fragen nicht wundern, bin 18 Jahre alt und habe das analog Zeitalter praktisch nicht erlebt. :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebende Objektive? - Fungus
BeitragVerfasst: 17.06.2011, 13:59 
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Zitat:
Solltest du die Möglichkeit einer Rückgabe haben, würde ich sie nutzen oder wenigstens angfragen, wenn der Schaden nicht hinreichend angesprochen wurde.

Ich habe den Wert (laut foma Liste) zurück erstattet bekommen.
Zitat:
Den oberflächlichen Pilz auf den Innenseiten bekommst du nur nach Zerlegung halbwegs weg...

Ja, den habe ich weg bekommen. Es sieht (noch) gut aus.
Zitat:
( ach ja, zum Thema 645er;
Ich selbst habe 18 Jahre ausschließlich mit KB meine Bilder gemacht und dazu auf ca. 40 Kameras zuurückgegriffen, bevor ich mir Gedanken über eine Kamera im Mittelformat machte.
Zur Entscheidung welche es dann werden soll habe ich ein weiteres Jahr gebrauch und bis ich die Mittel zum Kauf zusammen hatte vergingen weitere 2 Jahre.)


Da hast du ja alle Kameras gehabt. :mrgreen: :mrgreen:

Naja, ich habe vorher auch auf KB gesetzt (mit MeSuper, F3...). Allerdings bin ich analog noch Neuling, ein 16-jähriger wie ich ist doch mehr digital unterwegs. Ich kenne niemanden in meinem Alter der sich für Analoges interessiert. Und ein 16 Jahre alter Schüler mit einer Pentax 645 und Duka, der dazu noch seine Filme selbst entwickelt und die Optiken selbst aufschraubt und reinigt ist wohl noch seltener, als jemand mit „nur“ KB. :D
Wobei ich auch mit einer D-SLR angefangen habe... :lol:
Mit dem analogen Sachen habe ich auch etwa erst vor einem Jahr angefangen.
Welche Mf Kamera hast du jetzt?

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 Betreff des Beitrags: Re: Lebende Objektive? - Fungus
BeitragVerfasst: 18.06.2011, 14:52 
Ein vernünftige D-SLR kostet so schlappe 1000-3000,- . Nicht übel für einen 16-Jährigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebende Objektive? - Fungus
BeitragVerfasst: 18.06.2011, 17:44 
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Zitat:
Ein vernünftige D-SLR kostet so schlappe 1000-3000,- . Nicht übel für einen 16-Jährigen.


Ich habe eine D-SLR die zum Verkaufsstart ungefähr 1500€ gekostet hat. Allerdings habe ich diese erst gekauft, als der Wert bei etwa 800€ lag. 8)

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 Betreff des Beitrags: Re: Lebende Objektive? - Fungus
BeitragVerfasst: 18.06.2011, 22:23 

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Beiträge: 757
Wolkenkratzer hat geschrieben:
Ein vernünftige D-SLR [...]
???

:)


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebende Objektive? - Fungus
BeitragVerfasst: 20.06.2011, 09:14 
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Jehova!

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