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 Betreff des Beitrags: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 16.08.2011, 13:22 

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Alte Fotoalben haben immer ihren Reiz. Mir fällt aber auf, dass Farb-Abzüge im Laufe der Zeit immer ausbleichen. Ist das normal? Im Vergleich zu Schwarz/Weiss Abzügen, welche über Jahrzehnte eine gute bis sehr gute Qualität aufweisen.

Gruss

Hans-Peter

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Drink to forget, but don't forget to drink....


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 16.08.2011, 16:44 
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Die Farbstoffe in Farbabzügen können mit der Zeit ausbleichen.
Das Silber in den SW-Filmen bzw Abzügen kaum bis gar nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 16.08.2011, 17:57 
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Hans-3.14 hat geschrieben:
Alte Fotoalben haben immer ihren Reiz. Mir fällt aber auf, dass Farb-Abzüge im Laufe der Zeit immer ausbleichen. Ist das normal? Im Vergleich zu Schwarz/Weiss Abzügen, welche über Jahrzehnte eine gute bis sehr gute Qualität aufweisen.

Gruss

Hans-Peter


Meine Abzüge bleichen nicht aus, Manche hängen schon 10-15 Jahre an der Wand. Aber die hab ich auch alle selbst verarbeitet.
Der Qualitätsunterschied zwischen Großlaborabzug und eigenem Duka-abzug ist mir schon vor 30
Jahren aufgefallen.
Am schlimmsten sind alte Abzüge vom Fa.Porst. Die haben heute alle einen Rotstich.
Gruß
Horst

_________________
Die logarithmische Dichte eines Films
ist der dekadische Logarithmus
des reziproken Wertes des Transmissionsgrades
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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 21.08.2011, 23:52 
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laborator hat geschrieben:
Am schlimmsten sind alte Abzüge vom Fa.Porst. Die haben heute alle einen Rotstich.


Braun. Porst Königsbild.

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#12.
Ambassadeur de l'association des objecteurs de la photographie numérique en Suisse im Frankfurter Exil.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 19.10.2011, 11:15 

Registriert: 14.01.2011, 11:44
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Hans-Peter,
An der Wand sind Farbbilder natürlich stärker gefährdet als im Album. Da die Farben (Ausnahme: Ciba- bzw. Ilfochrome) nicht lichtecht sind, bleichen die wegen des UV-Anteils des Tageslichts aus. Da die drei Farbschichten unterschiedlich stabil sind, bleichen sie verschieden schnell aus. Die stabileren Farbschichten bleiben länger erhalten und daher bekommt das Bild einen Farbstich.
Bilder unter Glas bleichen gegebenefalls langsamer aus, wegen der UV-Filterwirkung der Glasscheibe.
Aber auch Farbbilder im Album bleichen aus. Schuld daran sind mangelhafter Einsatz von Stabilisatoren bei der Verarbeitung und Verbleib von Chemikalien in der Emulsion.
Betroffen davon sind vor allem alte Abzüge aus Billiglaboren, weil hier 1. billiges Material eingesetzt wurde (weniger stabile Farbstoffe) und 2. aufgrund hoher Prozessgeschwindigkeit unzureichend gewässert und stabilisiert wurde.
Dias und Schmalfilme sind gleichermaßen gefährdet. Manche Sorten bestehen nach 50 Jahren nur noch aus der Farbe Rot, während andere fast wie neu wirken.
Die meisten Bilder verändern ihre Farbe in Richtung Rot weil der Cyanfarbstoff der instabilste der 3 Farben ist und zuerst verschwindet.
Abzüge von Dias auf Cibachrome bzw. Ilfochrome sind bekannt durch ihre Lichtstabilität. Grund dafür ist die Verwendung extrem stabiler Azofarbstoffe. Das funktioniert aber prinzipbedingt nur bei diesem (teueren!) Verfahren.

Schwarzweissbilder halten nur dann länger, wenn sie entsprechend sorgfältig verarbeitet wurden. Unzureichende Wässerung führt mit der Zeit zum Braunstich bzw. zum Vergilben des Papiers, weil Säure und Sulfate im Papierfilz oder der Emulsion verbleiben. Auch wird das Silber wegen Umwelteinflüssen zerstört bzw. geht chemische Verbindungen mit Schadstoffen (Schwefel) in der Luft ein.
Ab haltbarsten sind braungetonte Schwarzweissbilder. Da hier die Verbindung mit dem Schwefel vorweggenommen wird, geht das Silbersulfid nachher keine weitere Reaktion mit der Luft mehr ein. Es ist chemisch gesehen praktisch passiv. Zersetzt sich nicht vorher der Papierträger oder wird die Emulsion nicht von Bakterien aufgefressen, können braungetonte Bilder locker 300 Jahre halten. Die Frage ist nur, wer das kontrollieren will.. :lol:

Gruß

Joachim


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 07.01.2012, 18:31 
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Registriert: 01.08.2006, 17:42
Beiträge: 705
Wohnort: Bavaria
Ein Teil meiner Farbbilder aus den 70er Jahren sind perdu - die " schöne " orangebraune Einfärbung. Soviel ich weiß, liegt das an schlampiger Prozeßverarbeitung in den Großlabors. Alle, die ich nach langen Frustanfällen selber gemacht habe, sind einwandfrei: nicht ein einziges ist ausgefärbt oder verblichen. Das war seinerzeit der Grund, ein Labor einzurichten. Und der Rat eines Arbeitskollegen: solange Sie es nicht selber machen, wirds nix. Und das gilt bis heute. Auch die Schutzbehauptungen der Digitalos sind ohne Begründung: weder die Dateien noch die Druckerprints werden es lange aushalten. Meßlatte ist für mich der große Karton mit Familienbildern, wo auch nicht eines ausgeblichen ist - und die ältesten sind aus 1870...

VG


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 07.01.2012, 20:12 
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Registriert: 21.02.2011, 17:47
Beiträge: 148
Wohnort: Osnabrücker Landkreis
Das Problem mit den Großlaboren ist, dass man ihre Arbeitsqualität erst nach Jahren erkennt. Nur sicher kann man sich sein, wenn man selbst verarbeitet oder das irgendwie kontrollieren kann. Im Moment ist es noch schlimmer. Ich bin immer kurz davor die Bilder zu zerreißen, wenn mir jemand mit den Bildern aus dem Koda-Picture-Kiosk kommt. Nach 1 Jahre haben die schon deutliche Flecken, aber nach 2 Jahren sind die Farben kaputt wie nach 50 Jahren. Da halten Sofortbilder länger. Zum Kotzen. Alle drucken die Bilder aus, obwohl es teurer ist und man sie nicht sofort braucht. Irgendwann wird man sich über die komischen schwarzen Flecken im Familienalbum wunder, diese umdrehen und "Kodak-Paper" lesen. So etwas kann man doch nicht verkaufen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 07.01.2012, 20:55 

Registriert: 20.05.2010, 21:49
Beiträge: 190
Diese Kioske sind wirklich Schrott, ich lasse immer ausbelichten. Auch ein schlechtes Beispiel für den derzeitigen Zustand von Kodak.

Viele Grüße
Nils


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 12.01.2012, 01:22 

Registriert: 09.01.2012, 01:35
Beiträge: 14
Wie sieht es im Cewe Labor aus?

Sind das Scans der Negative, die dann gedruckt werden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 12.01.2012, 02:35 
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Registriert: 15.02.2010, 00:42
Beiträge: 206
Im Großlabor werden die Bilder schon auf echtem Fotopapier ausbelichtet, aber das Ausgangsmaterial sind Scans.

_________________
Gruß,
Matthias


Morgens Rodinal, abends Elmex.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mal etwas grundsätzliches
BeitragVerfasst: 12.01.2012, 23:33 

Registriert: 02.09.2009, 11:26
Beiträge: 757
Ein paar meiner ersten vergrösserten Fotos zeigen auch bereits leichte Spuren von "Verfärbung". Aber nur sehr wenige. Alle damaligen Abzüge aus dem Grosslabor, erst in den 90ern begann ich Wert auf diesbezügliche Qualität zu legen.

Ein Zeit lang beschäftigte mich dieses Therma auch, aber irgendwann sagte ich mir "Sch'ss drauf, kann ja froh sein, wenn meine Glötzerchen mit 80ig noch einigermassen gut sehen, länger braucht's mir nicht zu halten."
Auf der anderen Seite zeigt es, wie sehr wir an Fotos hängen.


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