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 Betreff des Beitrags: Schwarzschildeffekt bei mehrminütiger Belichtung
BeitragVerfasst: 20.09.2006, 09:59 

Registriert: 18.05.2006, 20:38
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Hallo allerseits,

da es bei monochrom endlich bezahlbare Lochblendenvorsätze gibt, habe ich mir gleich einen bestellt und vor lauter Vorfreude schon mal angefangen zu rechnen, wie lange ich belichten darf. Bei einer Blende von ca. 125 komme mit dem Delta 100 bei dämmrigem Licht auf Zeiten von 1-2 Minuten. Und nun ganz viele Fragen:
- die Darstellung des Schwarzschildeffekts im Datenblatt des Delta 100 endet bei ca. 45 Sekunden, die Kurve sieht aber so aus, als würde sie noch an Steigung zunehmen. Bei 30 Sekunden gibt die Kurve eine fünffache Verlängerung, bin ich dann bei 1 oder 2 Minuten bei 6-7facher Verlängerung, also bei 6 Minuten oder 14 Minuten? (Was ich ja im Prinzip nett fände, aber Belichtungsreihen bei den Zeiten sind dann doch ziemlich aufwendig... weshalb halbwegs verläßliche Angaben ganz gut wären.)
- ich habe gelesen, daß Filme sich bei langer Belichtung aufsteilen. Hat jemand Erfahrung, wie man das kompensiert? (Nochmal überbelichten und kürzer entwickeln? Um wieviel?)
- und ganz dunkel meine ich mich zu erinnern, irgendwo gelesen zu haben, daß sich der Schwarzschildeffekt bei sehr langen Belichtungszeiten wieder verliert. Ist da was dran, oder ist das ein bloßes Gerücht?

Danke schon mal für Eure Antworten und einen schönen Tag,

Alexander


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BeitragVerfasst: 20.09.2006, 14:22 
Hallo,

der Reziprozitätseffekt (auf englisch heißt er übrigens reciprocity failure, also nicht Effekt, ah ja...) ist ein interessantes Thema. Er verliert sich prinzipiell nicht. Die Aufsteilung ist erstmal sekundär, würde ich sagen. Wichtiger ist erstmal die Dosierung der Lichtmenge und da musst du aufpassen. Im Zweifelsfalle kannst du ja den Graphen selber nachzeichnen und verlängern. Ansonsten helfen natürlich wie immer Versuchsreihen. Ein Patentrezept gibt es nicht, weil Filme höchst unterschiedlich reagieren.

Niko


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BeitragVerfasst: 20.09.2006, 15:27 
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habe mal den Graphen aus dem Ilford-Datenblatt etwas extrapoliert,bzw. versucht, durch Ausprobieren die zugrundeliegende Formel rauszukriegen:
Sie lautet: benötigte Belichtungszeit = gemessene Belichtungszeit hoch 1,49 (gilt für zeiten länger als 1 s).
Das heisst z.b. gemessen : 30 Sekunden-benötigt rund 160 s usw.

Ich bin bei meinen Nachtaufnahmen damit immer bestens gefahren....

Grüße,
Thomas


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BeitragVerfasst: 20.09.2006, 15:35 
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habe mal den Graphen aus dem Ilford-Datenblatt etwas extrapoliert,bzw. versucht, durch Ausprobieren die zugrundeliegende Formel rauszukriegen:
Sie lautet: benötigte Belichtungszeit = gemessene Belichtungszeit hoch 1,49 (gilt für zeiten länger als 1 s).
Das heisst z.b. gemessen : 30 Sekunden-benötigt rund 160 s usw.

Ich bin bei meinen Nachtaufnahmen damit immer bestens gefahren....

Grüße,
Thomas


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BeitragVerfasst: 20.09.2006, 16:03 
Hi,
da gibt es ein sehr feines Programm für:
http://www.pinhole.cz/en/pinholedesigner/
Du gibst die Blende Deiner Kamera an und bekommst für einen Film Deiner Wahl (die Auswahl ist leider begrenzt) eine entsprechende Belichtungstabelle zum Ausdrucken oder weiter verarbeiten in Excel....

VG
Stefan


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BeitragVerfasst: 24.09.2006, 20:25 
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Für Nachtaufnehmen habe ich mich mit den Deltas vertraut gemacht und korrigiere wie folgt:

Belichtungszeit 1 Sekunde = + 1 Blende
2 - 60 Sekunden = + 2 Blenden
> 60 Sekunden = + 3 Blenden

Negativ-Entwicklungszeit reduziere ich um 20 %. Damit erreiche ich gute Ergebnisse. Andere Filmmarken verlangen andere Korrekturen.

Die besten Grüße


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BeitragVerfasst: 24.09.2006, 20:56 

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Die ILFORD-Filme sind mir für Langzeitbelichtungen zu kompliziert, da sie eben schon bei einigen Sekunden Belichtungszeit korrigiert werden müssen. Versuch´s doch mal mit Fuji ACROS! Der schafft 120 s ohne Korrektur!


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BeitragVerfasst: 26.09.2006, 15:14 
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[quote="veitschiese. Versuch´s doch mal mit Fuji ACROS! Der schafft 120 s ohne Korrektur![/quote]


.... und ab 120 sec?

VG


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BeitragVerfasst: 26.09.2006, 20:52 
Kein Film - markenunabhängig - kann sich einfach so über physikalische Phänomene oder Gesetzmäßigkeiten hinwegsetzen. Demnach tritt auch der Reziprozitätseffekt bei jedem Film auf. Beim einen stärker, beim anderen schwächer, das mag sein. Aber er tritt auf.


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BeitragVerfasst: 26.09.2006, 21:06 

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hagemanni hat geschrieben:
[quote="veitschiese. Versuch´s doch mal mit Fuji ACROS! Der schafft 120 s ohne Korrektur!



.... und ab 120 sec?

VG[/quote]


Laut Datenblatt: 120 s bis 1000 s +1/2 Blende!


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BeitragVerfasst: 26.09.2006, 22:49 

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Danke für eure Antworten! Im Prinzip habe ich mich ja auf den Delta 100 "eingeschossen", weil er mit dem SPUR HRX wirklich großartige Negative liefert, so daß ich meine ersten Versuche mal damit unternehmen werde.

@ Veit: Hast Du diese unglaubliche Angabe (bis 1000 sec nur 1/2 Blende) mal getestet? Das wäre dann ja sozusagen ein Film ohne Schwarzschildeffekt!

Alexander


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BeitragVerfasst: 30.09.2006, 15:01 

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albec hat geschrieben:
@ Veit: Hast Du diese unglaubliche Angabe (bis 1000 sec nur 1/2 Blende) mal getestet? Das wäre dann ja sozusagen ein Film ohne Schwarzschildeffekt!

Alexander


Nee, kann aber noch werden! Daß mit der Lochblende war übrigens ein guter Tipp von Dir. Für solchen Fotospaß bin ich immer zu haben, werde mir wohl auch eine kaufen...


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BeitragVerfasst: 30.09.2006, 19:16 
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Hallo Leute,habe aus meiner deffekten Kiev 88 eine sogenannte Pinhole Kamera gemacht.Die Verschlußfolie habe ich einfach entfernt,und dabei benütze ich dann die orginal Objektive.
Hier habe ich ein Beispiel:
http://www.vfdkv.de/pics/thumb.5CC4510E ... B408B4.jpg
Na wie findet Ihr das? Übrigens werde ich heute Nacht es mal it Langzeitbelichtungen versuchen,habe genug Ilford HB 5 / 400 er Rolli.Werde dann beizeiten darüber berichten.
mfg.
mephisto

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Der mit der Kiev tanzt

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Wissen ist Macht,nichts zu wissen macht auch nichts!
http://madial-photography.meinatelier.de/
http://styria-analog-photography.gerahmtekunst.de/


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BeitragVerfasst: 30.09.2006, 19:21 

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Eine Lochkamera verwendet man doch üblicherwiese ohne Objektive.

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Nummer 71


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BeitragVerfasst: 01.10.2006, 13:00 
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Wohnort: Graz
Robert Skarka hat geschrieben:
Eine Lochkamera verwendet man doch üblicherwiese ohne Objektive.


Hallo Robert,
da geb ich Dir schon recht.Doch sollte ich jetzt auf die Objektive verzichten wenn es funktioniert?Aber das es keine reine Pinhole Kamera ist ist mir auch klar,doch wie soll ich das Ding dann auch sonst nennen.Eine SLR ist Sie ja auch nicht mehr da Sie keinen Schlitzvershluß mehr hat.Habe übrigens gestern nur einen Film verschoßen,war doch nicht so obtimal.Werde das nächste mal bei Vollmond los marschieren.
mfg.
Mephisto

Ps.: Wann gehen wir auf einen Kaffee? :wink:

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